Kinder und Gesundheit

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern gilt äußerste Vorsicht und schnellste Diagnostik.
Sicherlich möchten wir alle unseren Kindern möglichst wenig Medikamente verabreichen lassen, jedoch gibt es auch Erkrankungen, die tückisch sind und rechtzeitiger Therapie bedürfen.
Vermeiden Sie hier einen “Alleingang” und konsultieren Sie zeitnah einen Kinderarzt.
Der Körper eines Kindes hat andere Fett- und Wasseranteile als der von Erwachsenen. Außerdem sind die kindlichen Organe noch nicht ausgereift. Medikamente, die für Erwachsene unbedenklich sind, können durch einen verlangsamten Abbau beim Kind dramatische Folgen haben, daher niemals  einfach die Erwachsenendosis auf das Körpergewicht des Kindes herabrechnen – auch nicht bei sogenannten “natürlichen Heilmitteln”.

Der Nachwuchs hat Fieber – und nun? 

Fakt ist, dass Fieber eine natürliche Reaktion des Körpers ist und uns zeigt, dass sich das Immunsystem mit Erregern auseinandersetzt. Die erhöhte Temperatur hilft dem Körper, indem der Stoffwechsel angeregt wird und man vermutet über dies, dass Viren sich bei erhöhter Temperatur schlechter vermehren können.

Während manche Eltern Angst haben, dass die hohe Körpertemperatur dem Kind schaden könnte, befürchten die anderen, dass sie in natürliche Abwehrmechanismen eingreifen, wenn das Fieber zu frühzeitig gesenkt wird.

Zu früh sollte Fieber also tatsächlich nicht bekämpft werden. Es gilt hier der Leitsatz: “Nicht die Temperatur entscheidet, sondern der Allgemeinzustand des Kindes.”
Kinder vertragen erhöhte Temperaturen im allgemeinen wesentlich besser als Erwachsene.

Auch “gängige” fiebersenkende Medikamente belasten die Organe sehr. Besonders Paracetamol kann hier zu Leberschädigungen führen und die  häufig als “harmlos” eingestufte Acetylsalicylsäure ist für Kinder überhaupt nicht geeignet! Diese Substanz kann zu lebensbedrohlichen Hirn-Leber-Erkrankungen führen.

Wann sollten Sie unbedingt sofort zum Arzt? 

  • Babys unter 4 Monaten 
  • Fieber bei Unter-Zweijährigen, das länger als 24 Stunden bestehen bleibt. 
  • Kinder mit Fieber, welches länger als 3 Tage andauert. 
  • Bei stark beeinträchtigtem Allgemeinbefinden. 
  • Fieber, welches 2 Tage nach Antibiotika-Gabe weiterhin anhält. 
  • Bei Austrocknungserscheinungen: trockene Lippen, wenig Urin. 
  • Wenn sich Hautausschläge, Durchfälle oder Fieberkrämpfe einstellen. 

 

Richtig Fieber messen: 

Messen Sie die Temperatur Ihres Kindes rektal. Achselmessungen sind zu ungenau.
Bei der Rektalmessung führen Sie das Fieberthermometer ca. 1,5 cm tief ein – zuvor mit etwas Vaseline eingerieben, geht es leichter. Verwenden Sie ein Ohrthermometer, so ziehen Sie das Ohr beim Messen etwas nach hinten und oben. Die Ergebnisse liegen ca. 0,5 Grad unterhalb der eigentlichen Körpertemperatur im Inneren. Ähnlich verhält es sich bei Mundmessungen. Hier ist zudem darauf zu achten, dass das Kind nicht unmittelbar zuvor kalte oder warme Getränke erhalten hat.

Zu den neueren Stirn- und Schläfenthermometern gibt es bislang zu wenig Erfahrungen.

Webinar “Kinder und Gesundheit”

Am 18. Juli 2017, 19.30 – 20.30 Uhr, halten wir ein Webinar zu diesem Thema ab.
Über folgenden Link können Sie sich anmelden – Sie haben das Zugangspasswort per Email erhalten. Falls nicht, so kontaktieren Sie mich bitte.