Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt 

Ein ausgeglichener Säure-Basen-Haushalt ist noch keine Garantie für Gesundheit, jedoch Basisvoraussetzung für die Regulation der Selbstheilungskräfte

Sind Sie sauer? 

Damit ist diesmal nicht Ihr Gemütszustand gemeint, sondern Ihr Säure-Basen-Haushalt.

Wir unterscheiden zwischen einer akuten Acidose (Übersäuerung) und einer chronisch latenten Acidose. Die Behandlung einer akuten Acidose gehört in intensivmedizinsche “Hände”, wir beschäftigen uns hier mit der chronisch latenten Form.

Unsere Puffersysteme

Unser Körper verfügt über ein ausgeklügeltes Puffersystem, um unseren Säure-Basen-Haushalt auszuregulieren.

Da unser Blut-pH konstant zwischen 7,35 und 7,45  gehalten werden muss- bereits kleinste Abweichungen sind lebensbedrohlich! – hat unser Körper zahlreiche Puffersysteme eingebaut.
Die Lunge kann Säuren kurzfristig abatmen, die Nieren scheiden ständig Säuren aus  und unsere sogenannten “Basendepots” wie Knochen und auch das gesamte fasziale Gewebe haben ebenfalls eine sehr wichtige neutralisierende Funktion.
Unsere heutige, säurelastige Ernährung mit reichlich tierischen Eiweißen (Fleisch, Eier, Wurst, Milch, Käse, Joghurt…) bringt eine Maximalbelastung mit sich mit.
Der Körper greift zu Notmechanismen:  So zieht er z. B. die basischen Elemente zum Ausgleich auch aus unseren Knochen.  Studien belegen, dass eine Übersäuerung den Abbau der Knochen fördert, woraus die Osteoporose resultiert.

Ein weiteres Problem bei einer Übersäuerung ist die mangelnde Wasserbindungskapazität  des Bindegewebes.  Dieses besteht zu großen Teilen aus Proteoglykanen (Zucker-Eiweiß-Verbindungen). Diese sind in der Lage reichlich Wasser zu binden und sorgen so für Flexibilität und Elastizität unseres Gewebes.  Dieses gebundene Wasser wird bei mechanischer Belastung z. B. benötigt, um Gelenke oder Bandscheiben abzupuffern.  Bei Belastung wird das gebundene Wasser  – wie aus einem Schwamm – ausgedrückt und bei Entlastung saugt es sich dann wieder voll.

Befinden sich aber zu viele Säuren im Extrazellularraum, so  neutralisieren sie die negative Ladung der Proteoglykane und hierdurch verliert unser Gewebe die Möglichkeit Wasser zu binden.  Es findet quasi ein Austrockungsprozess statt,  wodurch die Versorgung der Zellen ebenfalls nicht mehr ausreichend gewährleistet ist.  Der Weg für chronische Krankheiten ist nun geebnet.
Der Säurewert wird in pH angegeben – einer logarithmischen Größe.
Unter einem pH von 7 sprechen wir von sauer (Acidose), über einem pH von 7 von basisch. Der pH 7 ist also der Neutralwert.

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Die Puffersysteme in der Übersicht: 

  • im Blut: der Bicarbonat-Puffer als größter Puffer – stabilisiert den pH-Wert.
  • in der Lunge: über die Ausatmung von Kohlendioxid
  • in der Niere: durch Ausscheidung von H+-Ionen
  • in der Leber: durch Abbau von Laktat
  • im Muskel: durch Abbau von Laktat
  • im Knochen: durch basische Salze

Unsere Puffersysteme sind sehr leistungsstark. Auch bei einer unausgewogenen Ernährung, kann der pH-Wert ausreguliert werden. Dies geht so lange gut, bis unsere Basen-Depots erschöpft sind. Dann allerdings kommt schnell der Punkt des No-Return.

Mit über 50 % Antei ist der Bicarbonat-Puffer unser größtes Puffersystem. Leider greifen wir in dieses teilweise durch Medikamente erheblich ein und verhindern die Neubildung von Bicarbonat.

Selbsttestung durch Urin-Streifen-Test: 

Einmalige Messungen eines Urin-pH-Wertes sagen nichts aus. Der Gewebe-pH kann ganz anders aussehen. Mit der Hilfe von Tagesprofilen lässt sich jedoch eine Belastung des Säure-Basen-Haushalts ganz gut erkennen.

Krankheiten und Symptome bei Übersäuerung:

Eine mögliche Übersäuerung liegt vor, insbesondere wenn mehrere der folgenden Symptome zutreffen:

  • Allergien / Asthma
  • Abgeschlagenheit bis hin zum Burnout
  • Bluthochdruck
  • Cellulite
  • Diabetes mellitus
  • Entzündungen
  • Gelenks- und Bandscheibenbeschwerden
  • vorzeitig ergrautes Haar
  • häufige / chronische Infekte
  • Kopfschmerzen / Migräne
  • Konzentrationsstörungen
  • Sodbrennen
  • Schlafstörungen
  • Unter- bzw. Übergewicht
  • Verdauungsstörungen
  • Zahnfleischentzündungen
  • Osteoporose

Über verschiedene Wege schädigen Säuren und Schlacken direkt und indirekt unseren Körper.
Im sauren Milieu können sich bestimmte Erkrankungen und z. B. auch Pilze hervorragend entwickeln und führen wiederum zu einer weiteren Übersäuerung.
Unsere kleinen Zellöfchen – die Mitochondrien – leiden extrem unter dieser Übersäuerung. Leistungseinbußen,  depressive Verstimmungen  und  Gereiztheit können so ebenfalls hierdurch hervorgerufen werden.

Ein Teufelskreislauf eben.

Essen Sie basenlastig

Obst und Gemüse enthalten am meisten Basen, womit ich nicht sagen will, dass der Verzehr heutzutage ausreichend wäre.
Unser industriell angebautes Obst und Gemüse wächst auf ausgelaugten Böden und enthält wesentlich weniger basische Mineralien als noch vor einigen Jahren.
Dennoch, wenn Sie auf gute Qualität und möglichst “BIO” achten, tun Sie sich etwas Gutes – allein schon wegen der Ballaststoffe, die in diesen enthalten und für einen gesunden Darm unentbehrlich sind.
Laden Sie hier auch die PRAL-Tabelle herunter, die Ihnen bei der Auswahl der Lebenmittel in Bezug auf Säure- oder Basenlast hilft.

Erahren Sie mehr zu diesem Thema in unseren Webinaren.

 

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